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Problemstellung Ungeachtet der hohen Bedeutung der Informatik für Wirtschaft und Verwaltung ist die Erstellung von IT-Systemen nach wie vor mit großen Unsicherheiten verbunden. Ein Viertel aller IT-Projekte werden schon vor Fertigstellung abgebrochen, mit teilweise dramatischen Auswirkungen für die Beteiligten. Nicht weniger als die Hälfte aller IT-Projekte leidet an signifikanten Termin- und Kostenüberschreitungen sowie reduzierter Funktionalität des Endprodukts. Wesentliche Gründe hierfür sind:
Dies führt zu stark schwankender Produktqualität, unvorhersagbarer Fertigstellungsdauer und unbekannter Kostenentwicklung. Dadurch sinkt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen IT-Branche im internationalen Vergleich. Die Prozessprobleme werden nicht zuletzt durch einen Trend in der Großindustrie belegt, die zunehmend von ihren mittelständischen Softwarezulieferern eine Zertifizierung verlangt, um ihnen weitere Aufträge zu erteilen. Beispielsweise werden in der Automobilindustrie, bekanntlich eine Schlüsselindustrie Deutschlands, mittelfristig nur noch Zulieferer akzeptiert, die nachweislich zumindest SPICE bzw. CMMI Level 3 erreicht haben. Voraussetzung für den geforderten Prozessreifegrad ist unter anderem ein unternehmensweites Vorgehensmodell. Die Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg ist, zu einem vorherbestimmten Zeitpunkt ein Produkt einer genau bestimmten Qualität zu liefern, und zwar unter Einhaltung des geplanten Kostenrahmens. Dies gilt ebenso für physische Produkte wie für Software. |